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Balou - Am Ende machte er es dann doch noch spannend

Diese Suche begann zunächst mit der für die Helfer üblichen Routine, Information aller nötigen Stellen, Flyern, Futterstellen etc.pp, um dann letztlich doch noch zu einem mittleren Krimi zu werden, in deren Verlauf dann noch -nicht unbedingt ganz alltäglich- ein Aufzug zur Lebendfalle zweckentfremdet wurde, es aber, wie in jedem guten Krimi ein "Happy End" gab.

4 Tage auf der Flucht

 

Am Sonntag, 19.02.2017 entlief Balou, der am Tag zuvor aus Rumänien nach Deutschland kam. Er musste unverhofft auf eine neue Pflegestelle umgesetzt werden und konnte aus Gründen, die hier jetzt nicht von Relevanz sind, auf dem Weg vom Auto zum Haus entfliehen. Zum Glück wurde sehr schnell Kontakt zu mir aufgenommen und ich hatte die Möglichkeit, die natürlich sofort reflexartig gestartete Suche schnell zu bremsen und gezielte Schritte einzuleiten, um Balou nicht noch mehr zu verschrecken und weiter zu treiben. Es fanden sich noch am Abend vor Ort einige Helfer zusammen, die über eine WhatsApp-Gruppe zusammengefasst wurden, um die nächsten Schritte einfacher koordinieren zu können. Sichtungen kamen zunächst spärlich aus der Nähe des Entlaufortes, wo auch sofort mehrere Futterstellen eingerichtet wurden. Allerdings machten wir uns immer wieder Gedanken, wo das Kerlchen abgeblieben sein konnte. Nachdem er am 20.2. (Mo) morgens noch in der Nähe gesehen wurde, ließ er sich den Rest des Tages fast gar nicht blicken und die Futterstellen blieben unberührt.

 


Am 21.02.2017 (Di) ließ er sich zunächst gar nicht sehen, um dann gegen Mittag in einer Gegend weiter weg, aber immer noch im plausiblen Bereich aufzutauchen. Hier gab es viele Möglichkeiten, sich zu verstecken und an Wasser und Nahrung mangelte es auch nicht. Leider gab es dort aber auch eine stark und relativ zügig befahrene Bundesstraße. Direkten Sichtkontakt sollte es für die Helfer im Verlauf dieses Tages noch nicht geben, allerdings gab es seinetwegen schon die ersten Polizeieinsätze, weil Balou dem Straßenverkehr gefährlich nahe kam. Schnell wurde auch dieses Gebiet systematisch beflyert, und auch Futterstellen

wurden eingerichtet,  welche aber wiederum nicht angenommen wurden. Am 22.02. (Mi) gab es zunächst erst mal wieder keine neuen Hinweise und wir mussten abwarten, ob neue Sichtungen uns sagen würden, ob er noch im Gebiet sei, sich zurück orientieren würde oder sich gar weiter entfernt haben würde. Letzteres war auf Grund der Sicherungversuche durch Polizei und Passanten am Vortag leider nicht auszuschließen. Während wir nun überlegten, auf welches Gebiet man beim Flyern nun am sinnvollsten die Prioritäten setzen sollte, um mit der Information den Hund möglichst zu überholen, begannen sich die Ereignisse zu überschlagen. Balou war tatsächlich noch im Gebiet, rannte aber leider über und entlang der stark befahrenen Straße. Zunächst sah es so aus, als wäre es gelungen, ihn von der gefährlichen Straße weg zurück in die Felder zu drängen. In diesem Moment stand natürlich erst mal die Abwehr von Gefahren für unbeteiligte Dritte und natürlich auch für Balou im Vordergrund, auch auf die Gefahr hin, ihn zu vertreiben. Doch dann kamen kurz darauf erneut Hinweise, dass er nun mitten nach Dortmund Hörde hinein lief, dabei auch immer wieder auf die Straße kam und Autofahrer zu waghalsigen Bremsmanövern zwang. Wie durch ein Wunder ist es dabei nicht zu irgendwelchen Unfällen gekommen. Zunächst suchte er Schutz in einem Parkhaus, war aber schon wieder weiter, als die Helfer dort eintrafen. Auch die Polizei war inzwischen alarmiert und im Einsatz. Irgendwann kam der einigermaßen beruhigende Hinweis, dass er in einem Fahrstuhl hatte festgesetzt werden können. Nur war erst mal unklar, in welchem. Derer gibt es in Dortmund ja einige, und der Hinweis "dort wo das Polizeiauto steht", schien auch erst mal wenig hilfreich. Schließlich entpuppte es sich als ein Fahrstuhl im Gebäude der Bezirksverwaltung. Wie Balou dort in die Eingangshalle gekommen ist, konnte sich niemand erklären, aber durch das besonnene Agieren und Reagieren der Mitarbeiter konnte er in den Fahrstuhl gelockt werden, wo er sich erschöpft ablegte. Der Fahrstuhl wurde blockiert und die Helfer mit Hilfe der Polizeibeamten dorthin gelotzt. Auch Parkregeln brauchten in dem Moment zum Glück nicht beachtet werden und Balou konnte wohlbehalten in das Auto der Pflegestelle verfrachtet werden. 

 

Inzwischen ist Balou sicher in seiner Pflegestelle angekommen (mal sehen, ob daraus nicht auch eine Endstelle werden könnte ;-) ), hat gefressen und geschlafen, wurde gebadet und, was am allerwichtigsten ist, mit einem niegel-nagel-neuen Sicherheitsgeschirr in kleidsamem rot auf schwarzem Fell ausgestattet, welches durch das kurzfristig nötig gewordene Umsetzen auf die neue Pflegestelle noch nicht zur Verfügung gestanden hatte. Ausgang wird es nur noch mit ordentlicher Doppelsicherung, incl. Leine fest am Körper geben.

 

Allen Helfern vor Ort sei an dieser Stelle noch einmal gedankt. Ohne euer besonnenes Vorgehen vor Ort und stets prompte Umsetzen der gegebenen Tipps hätte das heute auch leicht anders ausgehen können. Balou wünschen wir hier an diese Stelle nun endlich den Start in ein neues Leben, den er verdient hat und seinem Herrchen ausreichend Zeit, den verlorenen Schlaf der letzten Nächte nachzuholen. Danke nochmals an Anna und Raphael für das Vertrauen und an Ben, Bettina, Birgit, Erika, Julia und Micha, Sabrina, Sandra und Diana. Ihr ward ein tolles Team. Und Danke natürlich auch an die beherzten Mitarbeiter der Bezirksverwaltung und die netten Polizeibeamten, die dem Leben und der Sicherung von Balou höhere Priorität einräumten als der Einhaltung der Regeln des ruhenden Straßenverkehrs ;-) .


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