Lisa - eine sehr emotionale Suche

Lisa - das steht für eine 3-wöchige Odyssee durch halb NRW, für fehlendes Verantwortungsbewusstsein, für Tierschutz, wie er nicht sein sollte, aber auch für Tierschutz, wie er sein sollte.

Lisa entlief am 13.08.2016 in Dortmund aus dem Auto ihrer Pflegestelle. Da sie zunächst mit Halsband und daran anhängender Leine entlaufen war, wurden wir kontaktiert, da natürlichd er Gedanke einer Nachsuche anstand. Auf Grund der Tatsache, dass sie an einer Bahnlinie entlaufen war und die Bundespolizei dort schon mit Hunden im Einsatz war und es auch noch Sichtungen gab, sahen wir davon erst einmal ab, vereinbarten aber, in Kontakt zu bleiben. Leider liefen die nötigen Schritte, wohl in Folge diverser Missverständnisse, nicht so an, wie es sinnvoll gewesen wäre und Lisa, die zunächst noch immer wieder im Bereich des Entlaufortes gesehen wurde, kam ins Laufen. Einiges an Unstimmigkeiten zwischen Vermittler und Pflegestelle macht die Arbeit auch nicht wirklich effektiver und  führte dazu, dass die Pflegestelle schließlich ganz aus der Suche ausstieg. Schließlich fanden wir uns in der Situation, dass die Hündin bei ziemlich heftigen Temperaturen gut 40 km am Tag zurück legte, immer entlang von Flüssen, Bahnlinien und Autobahnen. Mehrfach lief sie fast oder auch tatsächlich auf die Autobahn. Die Rechtliche Verantwortung für die Hündin wurde hin und her geschoben, und die Besitzverhältnisse waren schlicht ungeklärt. Gleichzeitig wurde die Situation immer brisanter, da auch Lisas Kräfte zunehmend nachließen und sie immer wieder beinahe Unfälle verursachte, ohne irgendwo versichert zu sein.

 

Die Situation wurde von vielen mitverfolgt, so dass irgendwann die Arche 90 aus Dortmund, mit denen ich zu dem Zeitpunkt  in Kontakt war, ein Budget zur Verfügung stellte und mir den Auftrag erteilte, den Hund, der zu diesem Zeitpunkt faktisch als herrenlos betrachtet werden musste, zu sichern.


Schnell fand sich ein Team zusammen, zwar eher zufällig, dafür aber sehr effektiv.Wir kennen einander von verschiedenen anderen Suchen und fanden auf Anhieb zu einer guten und effektiven Zusammenarbeit, was Flyern, das Versorgen von Futterstellen u.ä. anging. Nicht zuletzt, weil sie immer wieder aufgeschreckt wurde, teilweise auf facebook auch Verabredungen getroffen wurden, mal eben den Hund fangen zu gehen, kam es zu einer Odyssee, die Lisa von Dortmund aus über Witten/Herdecke zunächst zurück nach Dortmund, danach Iserohn, Hagen-Haspe, A1 in Wetter-Volmarstein, Essen, dann wieder Dortmund, Schwerte, Westhoven, Iserlohn, Dortmund Syburg, A45 Witten-Stockum, Hattingen, Velbert führte. Hier gelang es uns, dass die genauen Sichtungspunkte nicht mehr allzu weite Kreise zogen, so dass sie dort einigermaßen zur Ruhe kommen konnte. Ab Freitag morgen, dem 01.09.2016 hielt sie sich in einem sicher eingezäunten Privatgrundstück auf. Hier konnten wir sie letztlich, nachdem der Versuch für Freitag eine Distanznarkose zu organisieren (leider war kein Tierarzt bereit, die dafür nötigen Medikamente zur Verfügung zu stellen), am Samstag nachmittag, genau drei Wochen nach Beginn ihres "Ausfluges", endlich mittels Falle sichern. Hier nochmal mein ganz besonderer Dank an die Familie, die uns 2 Tage auf ihrem Grundstück hat machen lassen, bis wir die Maus schließlich hatten.

Da die Besitzverhältnisse weiterhin ungeklärt waren, wurde die Sicherung von Lisa bei der Velberter Polizei gemeldet. Das Ordnungsamt war leider nicht zu erreichen. Danach verbrachten wir die Maus dann in Absprache mit unseren Auftraggebern auf eine Pflegestelle des Tierheims Iserlohn.

Eigentlich sollte nun nur ausschließlich große Freude herrschen, dass Lisa endlich gesichert wurde. Das tut es natürlich. Aber das ganze bekam dann doch noch einen sehr faden Beigeschmack. In Deutschland war niemand bereit, Verantwortung in Form der Übernahme der entstandenen Kosten zu übernehmen. Ganz im Gegenteil schien es als selbstverständlich angesehen zu werden, dass ich als "echter Tierschützer" gefälligst umsonst diesen Hund zu sichern und dann an genau die Leute auszuhändigen hätte, die doch die ganze Zeit betont hatten, dass sie mit dem Hund gar nichts zu tun hätten. NEIN, ich bin kein Tierschützer, sondern jemand, der Tiere liebt und für sie einsteht, wenn sie in Not geraten sind, sie auch durchaus mal vor gewissen sog. Tierschützern schützt. Außerdem bin ich Dienstleister, worauf ich immer hinweise, wenn ich um Hilfe bei der Sicherung eines Tieres gebeten werde. Wer  mich kennt, weiß, dass ich immer wieder auch eherenamtlich im Rahmen meiner Möglichkeiten unterstütze, solange die für das Tier verantwortlichen ihrer Verantwortung auch nachkommen. Hier musste ich mir (inzwischen wurden entsprechende Posts auf facebook wohl gelöscht) sogar noch den Vorwurf des Diebstahls gefallen lassen und wurde in diesem Zusammenhang sogar namentlich genannt.

Ich habe einen Hund, für den es aktuell keinen Besitzer gab, der in Not war und teilweise zu einer Verkehrsgefährdung wurde, gesichert, wissend, dass ich mit dem mir zur Verfügung stehenden Budget nicht auskommen  würde, obwohl dieses angesichts der Tatsache, dass auch die Arche 90 mit dem Hund eigentlich nichts zu tun hatte, sehr sehr großzügig war. Das habe ich für Lisa gern getan, genauso, wie die indirekte Übernahme der Tierarztkosten, damit Lisa gut untergebracht werden konnte. Diese gingen auch noch neben Distansnarkose und Kosten für die Falle von meinem Budget ab.

 

Wie und unter welchen Bedingungen Lisa nacch Deutschland eingeführt wurde, das zu klären ist Aufgabe anderer Instanzen, und auch, ob und wer Verantwortung für die ganze Situation zu übernehmen hat. Für mich war und ist das einzig Wichtige, dass Lisa sicher ist und nun Aussicht auf eine gute Zukunft hat. Sie ist in erfahrenen Händen, es geht ihr gut. Aber diese Geschichte hat mir einemal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, dass langfristig keine Vermittlung ohne umfassende Vorkontrollen mehr möglich sein sollte. Vorkontrollen von Leuten, die dafür wirklich qualifiziert sind und auch bereit sind, im Gespräch auch auf persönliches einzugehen. Es geht hier um Lebewesen, nicht um ein Auto oder einen Kühlschrank. Und mitunter geht es auch um einen gewissen Schutz der Umwelt, die durch freilaufende Hunde einer nicht unerheblichen Gefährdung ausgesetzt sein kann. Was niemals sein darf, ist, dass Hunde in Bedrängnis kommen, weil Menschen ihrer Verantwortung vor, während und nach einer Vermittlung nicht nachkommen.


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Kommentare: 2
  • #1

    Katharina Schmitz (Freitag, 17 November 2017 13:56)

    Guten Tag. Da aus Ihrem Bericht in keinster Weise hervorgeht, das es sich hier um die Falle der Hundesuchhilfe aus Neuss und Umgebung handelt, und diese sehr wohl stark an der Sicherung beteiligt war, löschen sie bitte alle Bilder, wo diese Falle zu sehen ist. Wir bitten um Verständnis.
    Mit freundlichen Grüßen
    K. Schmitz

  • #2

    passion4dogs (Mittwoch, 22 November 2017 21:20)

    Hallo, Frau Schmitz,

    da sie mir nicht bekannt sind, wäre es nett, wenn sie mir mitteilen, in welcher Eigenschaft sie diese Forderung an mich stellen. Bitte verstehen sie mich nicht falsch, aber da könnte jetzt jeder kommen und fordern dieses oder jenes zu löschen.
    Desweiteren handelt es sich um meine eigenen Fotos, die ich hier auf der Seite eingestellt habe. Grundsätzlich haben Tiere oder Gegenstände, sofern sie nicht mit einem Patent belegt sind, kein Recht am eigenen Bild, womit die von ihnen gestellte Forderung schon einmal hinfällig wäre. Des weiteren habe ich damals die Falle zu den für diese Falle üblichen Bedingungen ausgeliehen und den von mir dafür geforderten Preis bezahlt. Somit sehe ich keine Veranlassung zur Löschung der Bilder.